Reisebericht Trailcenter Rabenberg

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Im August 2016 war es endlich soweit – unser lang geplanter Trip nach Sachsen ins Trailcenter Rabenberg ging endlich los! Geplant waren 3 volle Biketage, also luden wir gegen Mittag unsere Enduros ins Auto und fuhren los in Richtung Erzgebirge. Von Frankfurt aus sollte die Fahrt etwa 4 1/2 Stunden dauern, dank unseres sagenhaften Pechs mit Staus und Baustellen dauerte es bei uns aber deutlich länger, und so erhielten wir kurz vor unserer Ankunft einen besorgten Anruf aus dem Sportpark Rabenberg, wo man uns bereits vermisste. Die Küche des Sportparks wurde dann extra für uns noch etwas länger offen gehalten, damit wir nach dem Einchecken noch unser Abendessen genießen konnten – klasse Service!

Die Unterkunft

Der Sportpark Rabenberg liegt auf über 800 m oberhalb von Breitenbrunn. Hier ist alles auf den Sport ausgelegt,  eine große Anzahl an Sporthallen, Krafträumen, Schwimmhallen, Sportplätzen für fast jede Sportart stehen den Gästen zur Verfügung. Ist man auf dem Gelände des Sportparks unterwegs, trifft man ständig auf  Gruppen von Sportlern jeden Alters, die hier Trainingslager abhalten. Von Fußballern über Volleyballer, Schwimmer oder Hockeyspieler, irgendwo wird immer gerade eine Trainingseinheit abgehalten.

Der Sportpark ist kein Hotel, sondern wird durch einen Verein betrieben. Hier steht der Sport ganz klar im Fokus, wer auf der Suche nach einem komfortablen Wellnessurlaub ist, sollte lieber woanders buchen. Unser Zweibettzimmer mit eigener Dusche war rustikal, für den sehr günstigen Preis aber vollkommen in Ordnung und auch sehr sauber. Die Nutzung der Trails und aller anderen Sporteinrichtungen ist im Zimmerpreis bereits inklusive, Top!

Von den Jugendlichen Sportlern in den Nachbarzimmern bekamen wir überraschend wenig mit, anscheinend waren diese durch ihr hohes Trainingspensum so ausgelastet, dass ihnen Abends die Kraft zum Radaumachen fehlte… 🙂

Wir hatten die Option mit Vollpension gebucht, was sich als die beste Entscheidung entpuppte. Alleine weil der Weg zum nächsten Supermarkt im Tal ziemlich beschwerlich ist, lohnt es sich, alle Mahlzeiten direkt im Sportpark einzunehmen. Bei dem günstigen Preis des Essens hatten wir karge Jugendherbergskost befürchtet – aber weit gefehlt! Wir bekamen 3x am Tag eine große Auswahl an Speisen auf dem Buffet präsentiert. Hier war immer für jeden etwas dabei, egal ob Fleisch in rauen Mengen für den Muskelaufbau oder Kohlehydrate für die Ausdauersportler.

Die Angestellten des Sportparks waren meist freundlich und zuvorkommend, besonders die Küchencrew hatte immer ein Lächeln und einen frechen Spruch auf den Lippen. Was man im Sportpark allerdings unbedingt vermeiden sollte, ist es sich an den falschen Tisch zu setzen, das führt meist direkt zu einer Rudelbildung von aufgeregten Mitarbeitern, die dann kompromisslos und energisch ihren Sitzplan durchsetzen, selbst wenn der halbe Speisesaal leer steht. Überhaupt erscheint das Sitzplatzsystem sehr kompliziert, als kleine Gruppe wurden wir fast zu jeder Mahlzeit an einen anderen Tisch gesetzt, einmal hatte man uns auch bei der Planung schlicht vergessen und so wurden wir auf Nachfrage kurzerhand an den allgemeinen „Bikertisch“ gesetzt, warum eigentlich nicht gleich so? Eine freie Platzwahl würde die Dinge möglicherweise deutlich vereinfachen. Etwas mehr Flexibilität wäre wirklich super gewesen!

Die Trails

Das Trailcenter Rabenberg verfügt über 25 km Trails, das klingt im ersten Moment gar nicht so viel, allerdings haben wir es in 3 Tagen gerade so geschafft, jeden Trail mindestens 1x zu fahren. Nur wenige Trails konnten wir in dieser Zeit 2 oder sogar 3x fahren. Beim Einchecken bekommt man eine Landkarte mit allen Trails. Mit dieser Karte und der guten Ausschilderung klappte die Orientierung im Gelände auf Anhieb. Man hat nun die Wahl, die Trails entweder auf einer der 5 empfohlenen Routen anzugehen, oder man kombiniert sie einfach frei nach Lust und Laune. Als kleine Hilfe bei der Planung sind die Trails in 6 Schwierigkeitsstufen von Flowy bis Tricky eingeteilt. Die Einteilung  mancher Trails fanden wir hier jedoch deutlich unter- oder überbewertet, eine Wertung von 1 bedeutet also nicht zwingend, dass ein Trail für blutige Anfänger geeignet wäre.

Trailmap Trailcenter Rabenberg
Trailmap Trailcenter Rabenberg

Das Fahren auf den Trails wird schon nach wenigen Metern zu einem wahren Genuss! Ohne Angst vor Hindernissen oder Fußgängern auf der Piste kann man sich mit voller Geschwindigkeit in die vielen Anliegerkurven auf dem Trail „Magic Moments“ werfen, wer es gerne etwas ruppiger mag, ist auf dem „Kyril Trail“ gefolgt von „Berms and Bumps“ gut aufgehoben. Fortgeschrittene finden sehr steile Downhillsegmente z.B. auf „The Rock“ oder sehr technische Felsblockpassagen im „Stone Garden“. Die vielen Kratzer im Fels lassen erahnen, dass  hier offensichtlich schon viele Pedale ihr Leben lassen mussten… Wer an seinen Kletterfähigkeiten arbeiten möchte, kann das z.B. im „Miners Trail“ tun, die meisten Uphillsegmente führen jedoch über breite, nicht zu steile Forststraßen, wofür man spätestens gegen Nachmittag sehr dankbar ist! Der Weg zum „Hog Mountain Carrousel“ ist zwar mühsam, man wird aber mit einer superflowigen Abfahrt belohnt!

Bei der großen Auswahl und Abwechslung ist es schwierig, einen Favoriten zu wählen, schlussendlich konnten wir uns aber auf den „Crossed Viper DH“ einigen, denn hier gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt: Zu Beginn ist man hier schnell und flowig unterwegs, zwei große Rampen laden zum Springen ein, dann schlängelt man sich über viele Kurven immer weiter ins Tal wobei sich steile, technische und flowige Passagen abwechseln. Einen kleinen Eindruck vom Trail gibt es im folgenden Video:

Insgesamt haben wir mehr als 75 km zurückgelegt und hätten gerne noch einen Tag mehr Zeit gehabt, um die schönsten Trails nochmals zu fahren!

Für maximalen Fahrspaß ist auf dem Rabenberg ein Endurobike ab 150 mm Federweg zu empfehlen. Zwar haben wir auch einen Hardtail Fahrer getroffen, dieser war jedoch gerade damit beschäftigt, seinen Hinterreifen zu flicken, bei dem anspruchsvollen Gelände nicht verwunderlich. Wer kein passendes Mountainbike besitzt oder nicht weiß, wie er sein Bike transportieren soll, für den gibt es auch vor Ort einen Verleih von aktuellen Trek-Bikes zu fairen Preisen.

Fazit

Die 3 Tage im Trailcenter Rabenberg waren ein unvergessliches Erlebnis und wir werden sicher wiederkommen! Die Trails sind der Hammer und auch Preis/Leistung bei der Unterkunft ist hier wirklich unschlagbar! Dank der Abwesenheit von Liften, sucht man auch bikeparktypische „Rowdybiker“ auf dem Rabenberg vergeblich, ein echter Pluspunkt!

Leichte Abzüge geben wir für das komplizierte Sitzplatzsystem beim Essen und für den weiten Weg zur nächsten Fahrradwerkstatt. Man sollte unbedingt so viel Ersatzteile und Werkzeug wie möglich einpacken, um den Weg zur Werkstatt möglichst zu vermeiden.

 

 

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