Bikecheck: Commencal Meta AM 4.2 – Das Monster-Enduro

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Der Direktversender Commençal steht bei unseren französischen Nachbarn hoch im Kurs – hierzulande sind die Bikes aus Andorra aber immer noch ein seltener Anblick. Wir sind daher zu den Commençal Demo Days nach La Bresse gereist, um uns selbst ein Bild vom Mythos Meta AM 4.2 zu machen.

Nach einem herzlichen Empfang durch die Jungs und Mädels von Commençal im Bikepark von La Bresse in den Vogesen ging es zunächst ans Setup des Bikes. Anschließend ging es dann los auf eine geführte Tour durch den Bikepark. Leider hatten wir so nur ca. 3 Stunden Zeit, das Bike zu testen, dazu auch noch auf größtenteils unbekannten Pisten. Diese kurze Zeit haben wir allerdings intensiv genutzt, um uns ein möglichst umfassendes Bild zu machen.

Der Commencal Pickup
Der Commencal Pickup

Glücklicher Testfahrer
Glücklicher Testfahrer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Design

Wie immer ist das Design Geschmackssache, unseren Geschmack hat Commençal allerdings voll getroffen! Die Formgebung wirkt elegant, die brachial dimensionierten Rohre des Rahmens fallen frühestens auf den zweiten Blick auf. Nachdem in den vergangenen Jahren stets grelle Lackierungen das Markenzeichen von Commençal zu sein schienen, wirken die einfarbigen 2017er Modelle wie ein großer Schritt heraus aus der Pubertät.

Commencal Meta AM 4.2
Schickes Design in Alu

Schönes Cockpit
Schönes Cockpit

 
 
Frontansicht
Frontansicht

Ausstattung

An der Ausstattung der von uns getestete Variante des Meta AM 4.2, der „Race Eagle“, lässt sich kaum etwas aussetzen. Commençal verzichtet traditionell auf Carbonrahmen und führt dabei vor allem ethische Gründe an. Die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Carbonfabriken entsprechen nicht dem, was man sich bei Commençal wünscht. Der Rahmen ist also bei allen Meta AM 4.2 Modellen identisch. Verzögert wird mit SRAM Guide RS Bremsen, die Bremsscheiben haben einen Durchmesser von 200 mm vorne und 180 mm hinten. Das Ausstattungs-Highlight ist die namens gebende SRAM Eagle X01 Eagle Schaltung, die 1×12 Gänge mit satten 500% Bandbreite bietet. Auf eine separate Kettenführung wird verzichtet, wir haben diese allerdings auch zu keinem Zeitpunkt vermisst.
Gefedert wird man von einer Rockshox Lyrik RCT3 Federgabel mit 170 mm Federweg und einem Rockshox Super Deluxe RC3 Dämpfer mit 160 mm Federweg, beides hochwertige Modelle mit vielen Einstellmöglichkeiten. Eine Rockshox Reverb Stealth Sattelstütze mit 125 (S/M) bzw. 150 mm (L/XL) Hub ist ebenfalls an Bord.
Abgerundet wird die hochwertige Ausstattung durch Mavic 427 Felgen in Kombination mit Formula Naben. Das Bike bringt es somit auf ein Gesamtgewicht von ca. 14 kg.

Rockshox Super Deluxe RC3
Rockshox Super Deluxe RC3

SRAM Eagle X01
12 Ritzel! Die SRAM Eagle X01

Keine Kettenführung
Keine Kettenführung – Interne Kabelführung

Uphill

Dank des Sessellifts gab es kaum die Gelegenheit, die Klettereigenschaften des Meta zu testen. Kurze Versuche, das Bike die Skipiste und einige steinige Passagen hinaufzutreten, verliefen allerdings recht erfolgreich. Das Meta ist eindeutig auf Downhill getrimmt, in Anbetracht des Gesamtgewichtes und des Federwegs pedaliert es sich aber bergauf durchaus ordentlich. Etwas negativ fällt allerdings die geringe Bodenfreiheit beim Pedalieren auf, durch die lange 175 mm Kurbel kratzt man hier schnell mit dem Pedal auf herumliegende Felsen.

Downhill

Sobald es bergab geht, ist das Meta in seinem Element! Rote und sogar schwarze Pisten im Bikepark werden problemlos geschluckt. Kleine Drops spürt man kaum, größere werden durchs Fahrwerk angenehm abgefedert. Selbst im steilen und rutschigen Gelände verliert man nie die Kontrolle und den Grip. Das Bike bleibt selbst im schwersten Gelände sehr spurtreu und fühlt sich trotzdem noch recht wendig an. Auf Drops und Sprüngen fühlt man sich als Pilot des Meta sofort pudelwohl. Die SRAM Guide RS Bremsen entfalten eine extrem starke Bremskraft, die den Raketenschlitten selbst aus schneller Fahrt mit wenig Kraftaufwand zum stehen bringt.

Einziger Wehrmutstropfen: Wer keinen Bikepark in der Nähe hat, wird es schwer haben, das Meta ordentlich zu fordern. Auf „normalen“ Mittelgebirgstrails spürt man förmlich, wie das Bike sich langweilt.

Fazit

Wir hatten einen tollen Tag im Bikepark mit den Mitarbeitern von Commençal! Auf den Pisten im Bikepark glänzt das Meta, und macht ein Downhillbike fast schon überflüssig. Durch seine aggressive Downhilloptimierung ist das Meta AM im Bikepark, dem Hochgebirge und auf Endurorennen zu Hause. Wer ein Bike für die heimischen Trails im deutschen Mittelgebirge sucht, sollte vielleicht das Meta TR in Betracht ziehen, die Trailversion des Meta kommt mit 140/130 mm Federweg daher und ist daher vermutlich eher was für weniger extremes Gelände.

Der einzige echte Schwachpunkt des Commençal ist sein Preis. Die getestete Race Eagle Variante kostet stolze 3499€ (Schwarz oder Gelb) bzw. 3699€ (Brushed), ohne Eagle Schaltung ist man mit 3299€ dabei. Wer zusätzlich auf Extras wie einen Dämpfer mit Ausgleichsbehälter und die Lyrik RCT3 verzichten kann, bekommt das Bike in der Essential Edition für 2799€. Noch etwas günstiger wird es in der Ride (2199€) bzw. Origin Edition (2399€), hier muss man allerdings auf eine absenkbare Sattelstütze verzichten – ein echtes No-Go heutzutage!

Im Vergleich zu etablierten Marken aus dem Fahrradgeschäft wie z.B Specialized oder Kona sind die Preise durchaus angemessen. Als Direktversender konkurriert Commençal allerdings mit Firmen wie Canyon, YT oder Radon, und hier bekommt man vergleichbar ausgestattete Bikes bereits deutlich günstiger.

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